Herzlich willkommen
Auf den folgenden Seiten finden Sie aktuelle Informationen zu unserem Verein.

Liebe Erbacherinnen und Erbacher, liebe Mitglieder der Turngesellschaft Erbach,
Dezember 2011
im letzten Jahr hat unser erster Vorsitzender, Dieter Sälzer, an dieser Stelle aufschlussreich dargestellt, dass unser Verein zu annähernd zwei Dritteln weibliche Mitglieder hat. Das war nicht immer so. Wer sich die Mühe macht und auf unserer Homepage in früheren Zeiten herumstöbert, findet u.a. die beiden Sätze: „Unter Johann Schmidt (Turnwart von 1918 bis 1930) wurde das Frauenturnen eingeführt, bisher hatte es nur Männerturnen gegeben“ und „1963 wurde die erste "Hausfrauen"-Gymnastikstunde unter der Leitung von Ellen Sauer durchgeführt“. Mit diesen Informationen stellt man fest, dass sich inzwischen im Verein so einiges getan hat.
Mittlerweile stehen wir wieder an einer Stelle, an der sich durch den schnellen gesellschaftlichen Wandel Sportbedürfnisse wandeln und entsprechend darauf reagiert werden muss.
Zum einen hat bezüglich des Ehrenamtes ein Strukturwandel stattgefunden. Früher gab es die bedingungslose Hingabe, ohne an eigene Bedürfnisse und Interessen zu denken. Heute haben Selbstentfaltung, Spaß haben, eigene Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen, sich selbst aktiv halten und schließlich interessante Leute kennenlernen an Bedeutung hinzugewonnen. Deshalb hier nochmals der Aufruf zur Mitarbeit im sportlichen Kreis.
Auf der anderen Seite hat auch beim Sport ein Wandel stattgefunden. In allen aktuellen empirischen Erhebungen zum Sportverhalten rangieren die dem Freizeit- und Gesundheitssport zuzuordnenden Motive wie Gesundheit und Wohlbefinden, Spaß, Ausgleich und Entspannung, Fitness oder Geselligkeit an der Spitze der Prioritätenskala. Die klassischen Sportmotive wie Leistung, Wettkampf oder Erfolg haben dagegen an Bedeutung verloren. Auch quantitativ kommt dieses neue Sportverständnis sehr deutlich zum Ausdruck: Rund 90 % der erwachsenen Sporttreibenden bezeichnen sich selbst als Freizeitsportler, nur 10 % ordnen sich als Wettkampfsportler ein.
Bei den Kindern hat sich ebenfalls viel verändert. Früher wurde von ihnen der öffentliche Straßenraum als Bewegungs- und Spielraum sowie als sozialer Lernort genutzt. Das allgemeine Bewegungsrepertoire und die Spielfähigkeit der Kinder haben sich nun aber im Laufe der Zeit aufgrund fehlender Gelegenheiten verschlechtert. Wie unsere großen Kindergruppen zeigen, muss es weiterhin Ziel sein, Kindern eine übergreifende motorische Grundausbildung zu ermöglichen. Mit Sport, Spiel und Bewegung unterstützen wir die körperliche, geistige und seelische Entwicklung eines Menschen.
Was bedeutet das alles für unseren Verein? Sind wir der demografischen Entwicklung gewachsen? Immer mehr Ältere und Senioren stehen immer weniger Jungen gegenüber. Menschen wollen sportlich aktiv älter werden, bisher Sportabstinente sollen an Sport und Bewegung herangeführt werden. Zahlreiche kommerzielle Anbieter wie Fitnessstudios und Sportcenter sind zu fachkundigen Konkurrenten der Sportvereine geworden. Insbesondere Sportanbieter mit offenen Angebotsstrukturen und ohne längerfristige Bindungsauflagen erlangen immer größere Bedeutung.
Nun heißt es auch für uns, flexibel und schnell auf neue Trends zu reagieren, um konkurrenz-fähig zu bleiben. Es müssen zusätzliche Gelegenheiten zum Sporttreiben geschaffen werden, die keineswegs aufwändig ausgestattet, dafür aber offen zugänglich und vielfältig nutzbar sein müssen. Wir brauchen Bewegungsraum, der für Menschen aller Altersstufen in verschiedenen Lebensbereichen Gelegenheit für körperliche Aktivitäten bietet. Speziell für die Jugend sollten Interessen an Trendsportarten wie Klettern, Inlineskating, Slackline oder ähnliches abgefragt werden. Darüber hinaus sind abschließend die unterschiedlichsten Events zu nennen, die zu einem abwechslungsreichen, geselligen Miteinander beitragen.
Mit sportlichem Gruß
Gerda Kauzmann
2. Vorsitzende der TGS Erbach
